EINLEITUNG
Das Promotionsvorhaben soll aufzeigen, wie Kreativschaffende im Musiksektor besser über ihre eigenen Rechte und Produktionen verfügen können. Wir konzentrieren uns dabei auf die Frage, wie eine solidere und transparentere Basis für die Erfassung, Ver- und Auswertung von geistigem Eigentum geschaffen werden kann. Zunächst geschieht das am Beispiel des hochkomplexen Musiksektors.
METHODIK
Unsere Forschung baut auf einem qualitativen Vorgehen nach der Grounded Theory auf. Wir verwenden dabei Daten aus Interviews mit Musiker:innen und Musikindustrie-Experten, um die Bedürfnisse der Kreativschaffenden sowie die bestehenden Hürden in den Verwertungsketten zu verstehen.
ERGEBNISSE
Wir erwarten, dass sich ein Orientierungsrahmen entwickeln lässt, über den Kreativschaffende mehr über ihre eigenen Rechte erfahren, selbst darüber entscheiden und ihre Anteile transparent verwalten können. Beteiligte Akteure und Prozesse sollen einheitlich dargestellt werden, um eine neuartige Verwertungsplattform aufbauen zu können. Damit soll gerade jenen Kreativen und kleinen Unternehmungen mehr Unabhängigkeit und Teilhabe ermöglicht werden, die innerhalb des sich wandelnden Musiksektors bislang nur selten von ihrer Arbeit leben können.
DISKUSSION
Letztlich kann eine transparentere und flexiblere Verwertungsbasis dazu beitragen, dass Kreativschaffende und kleine Unternehmen mehr Stabilität gewinnen und weniger von Strukturen der Musikindustrie abhängig sind. Die entwickelten Konzepte sind modular gedacht und könnten über die Musik hinaus auch auf weitere Branchen der Kultur- und Kreativwirtschaft übertragen werden.
Was sind eigentlich Verwertungsrechte?
Im Musiksektor stehen die Urheber- und Verwertungsrechte, also die geistigen Eigentumsrechte, im Zentrum. Sie regeln, wem eine kreative Leistung gehört und wer an ihrer Nutzung verdient. Verwaltet werden sie von Verwertungsgesellschaften wie der GEMA in Deutschland, der SACEM in Frankreich oder der ASCAP in den USA. International bestehen dabei kaum einheitliche Standards, obwohl der Markt selten regional betrachtet wird.
Warum braucht es neue Modelle?
Der aktuelle Stand der Musikindustrie wird dem Großteil der kreativen Macher nicht gerecht. Wenige „Major“-Labels und Verlage kontrollieren den Markt. Ein weiteres Problem ist die finale Auswertung von Verwertungsrechten. In Deutschland wird nicht jede Musiknutzung tatsächlich monetarisiert. Arbeitet man über Ländergrenzen hinweg, vervielfältigt sich diese Komplexität. Deshalb sollen Hürden in den Verwertungsketten erforscht und die Prozesse vereinheitlicht und regional wie international verbessert werden.
Welche Rolle spielen immersive Innovationen?
Durch neue digitale Technologien wie Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) verändert sich die gesamte Kreativbranche und insbesondere der Musiksektor. Solche Innovationen können physische Einschränkungen beseitigen, die globale Reichweite vergrößern und neue Wege zur Einkommensgenerierung erschließen. Bislang ist jedoch nicht klar, wie genau diese Technologien die Verwertung von Rechten verändern und vorantreiben. Die Tragweite von künstlicher Intelligenz in diesem Kontext ist bislang unbekannt. Hier setzt das Projekt „immerMUSIK“ an. Es wird in Kooperation mit dem rheinland-pfälzischen Unternehmen MediaApes GmbH bearbeitet.
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