Cultural and Creative Entrepreneurship

Die zentralen Forschungsschwerpunkte des iuh – Institut für unternehmerisches Handeln liegen im Wissenschaftsfeld Cultural & Creative Entrepreneurship. Hierbei stehen insbesondere Fragen zu unternehmerischem Erfolg in der Kultur- und Kreativwirtschaft, Innovationen durch neue digitale Business-Modells im Kreativsektor, Netzwerkkompetenz im Kulturbereich, Ansätze der Ambidextrie im Cultural Entrepreneurship sowie die Bedeutung von Entrepreneurial Finance Creative Start-ups im Vordergrund.

In der Hochschule Mainz selbst werden viele Studiengänge angeboten bzw. Forschungsprojekte unternommen, welche direkt wie indirekt der Kultur- und Kreativwirtschaft zuzuordnen sind. Die Stadt Mainz ist zudem ein bedeutender Medien- und Kreativstandort mit einer überdurchschnittlichen Gründungsrate in der Kultur-und Kreativwirtschaft.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist trotz Krisen und Schwierigkeiten ein Wachstumsmarkt – und sie boomt noch immer! Umsatzwachstum und Wertschöpfung dieser komplex strukturierten Branche sind ebenso bemerkenswert wie die Besonderheit der Akteure. Sie sind i.d.R. jung, künstlerisch und kulturell hoch qualifiziert, sehr innovativ mit einer hohen Motivation zur beruflichen Selbstständigkeit. Häufig allerdings auch ein wenig unbedarft in wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen.

Mit dem Fazit „Rezession gibt es für Kreative nicht!” und der Erkenntnis, dass Kultur und Wirtschaft keine Gegensätze sind, sondern wechselseitige Voraussetzung, schloss bereits am 17. Oktober 2008 in Berlin die 5. Jahrestagung der Kultur- und Kreativ-Wirtschaft in Deutschland statt. Mittlerweile sind einige Jahre vergangen und schlimmere Krisen passiert bzw. im Gange.

Aber neben dieser normativen Aussage finden sich trotzt vergangener und laufender Krisen hinreichen empirische Belege, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft weiterhin eine bedeutende Funktion in der deutschen und europäischen Volkswirtschaft einnimmt. Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist – anders als andere Branchen – dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Vielzahl von selbstständigen Akteuren und Entrepreneure aufweist, die hoch qualifiziert sind und bewusst die Selbstständigkeit gewählt haben. Trotz hoher fachspezifischer Qualifikationen (im Bereich Kunst und Kultur) wird eindeutig festgestellt, dass diese Gruppe ein erhebliches Defizit im Bereich des ökonomischen und rechtlichen Wissens aufweist. Um dieses Defizit auszugleichen, werden in den nächsten Jahren wesentliche Anstrengungen unternommen, dieses Defizit auszugleichen.

Dieser Tatsache schuldend sowie den konkreten Bedarfen innerhalb und auch außerhalb der Hochschule Mainz hat das iuh bestätigt und gleichzeitig motiviert, sich gerade diesem Wissenschaftsfeld des Cultural & Creative Entrepreneurships zu widmen. Durch angewandte Forschungsprojekte werden wichtige Erkenntnisse ermittelt und deren allgemeine wie konkrete Ergebnisse in wissenschaftlichen Publikationen Kommuniziert. Zudem werden diese in der Lehre und Weiterbildung vermittelt und durch Öffentliche Wissenschaft ein gesellschaftlicher Diskurs ermöglicht.