Nadine Tannreuther

Wie lässt sich Gründungslehre neu denken? Einfluss und Auswirkungen von Digitalen Methoden und KI auf die Gründungsabsicht.

EINLEITUNG

Diese Studie soll aufzeigen, wie sich neuste technologische Entwicklungen positiv auf die Gründungsabsicht auswirken. Wir konzentrieren uns dabei auf die unternehmerische Kompetenz von Studierenden und handlungsorientierte Ansätze.

METHODIK

Die Forschung gründet auf einer systematischen Literaturanalyse der Entrepreneurship Education und wird mit qualitativen Daten aus Interviews angereichert. Das daraus resultierende Lehrkonzept wird mittels eines Feldexperimentes geprüft und mit einer quantitativen Erhebung evaluiert.

ERGEBNISSE

Unsere derzeitigen Ergebnisse zeigen, dass ein dringender Nachholbedarf an Hochschulen im Umgang mit Digitalen Methoden und KI besteht. Es mangelt an einer Wissensvermittlung zum richtigen Umgang mit neuen Technologien. Durch aktives Lernen mit digitalen Tools vermuten wir das Studierende lernen auf unternehmerische Weise zu arbeiten, dabei in den Zustand des tatsächlichen Gründungsprozesses versetzt werden und sich dies positiv auf die Gründungsabsicht auswirkt.

DISKUSSION

Digitale Methoden und KI scheinen eine Unternehmensgründung zu erleichtern, da Zeit, Kosten und Ressourcen gespart werden können. Trotzdem kann z.B. die Nutzung von ChatGPT, DALL-E oder Midjourney dazu führen, dass Ergebnisse oder Prognosen falsch gedeutet werden. Neue Lehrkonzepte bringen die Aufgabe mit sich, eine sorgfältige Nutzung zu vermitteln und Ergebnisse kritisch zu würdigen.

WAS IST EIGENTLICH GENERATIVE KÜNSTLICHE INTELLIGENZ?

Bei der „Generativen Künstlichen Intelligenz“ wird ein künstlich neuronales Netzwerk anhand einer Vielzahl von Daten trainiert sowie mit (un)überwachtem maschinellen Lernen und Algorithmen kombiniert. Unter Eingabe von Befehlen, so genannten „Prompts“, werden neue Inhalte wie Text und Foto generiert. Diese Innovation eröffnet neue Potentziale für Ideen und  Kreativität, weshalb wir auch die Kreativbranche betrachten.

WARUM BRAUCHT ES DIGITALE METHODEN UND GENERATIVE KÜNSTLICHE INTELLIGENZ IN DER ENTREPRENEURSHIP EDUCATION?

Durch die Vielfalt neuer Möglichkeiten ist es Unternehmen, Teams oder auch Individuen möglich, neue Wege und innovative Geschäftsideen zu entwickeln. Um eine zukunftsträchtige unternehmerische Kompetenz aufzubauen und die Gründungsabsicht Studierender positiv zu beeinflussen ist es nötig, bisherige Lehrkonzepte neu zu denken.

WELCHE FAKTOREN SPIELEN DABEI NOCH EINE ROLLE?

Wir sehen, dass eine Forschungslücke in der Verbesserung der Lehrpraxis besteht – genauer durch Inhalte, die Vermittlungsweise und Ausbildung der Dozenten als auch durch die Studierenden selbst. Dabei zeigt sich, dass ein barrierefreier Zugang zu Digitalen Methoden und KI, sowie ein Netzwerk hochschulübergreifender Daten und Projekte unerlässlich ist. Wir betrachten die Creative Industries dabei als wichtiges Forschungsfeld, da menschliche Kreativität bisher nicht durch KI ersetzt werden kann.